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Harnwegsinfekte im Säuglingsalter
von Professor Brian J. Morris, Universität Sydney (Australien)

Eine Studie von Wiswell an 400.000 Neugeborenen im Zeitraum 1975-84 zeigte, daß Unbeschnittene 11mal häufiger von Harnwegsinfekten betroffen waren [58]. Im genannten Zeitraum sank der Anteil der beschnittenen Neugeborenen von 84 % auf 74 %, und gleichzeitig war eine Zunahme von Harnwegsinfekten festzustellen [61]. Harnwegsinfekte waren seltener bei Beschnittenen und häufiger bei Unbeschnittenen. In einer Fallserie aus dem Jahre 1982 waren 95 % aller Harnwegsinfekte bei unbeschnittenen Säuglingen aufgetreten [60]. Eine Studie von Roberts aus dem Jahre 1986 ergab, daß 4 % aller unbeschnittenen Jungen einen Harnwegsinfekt entwickelten verglichen mit 0,4 % der Mädchen und 0,2 % der beschnittenen Jungen. Dies ergibt ein 20fach erhöhtes Risiko für unbeschnittene Jungen. In einer Studie von Wiswell aus dem Jahre 1993 entwickelten von 200.000 zwischen 1985 und 1990 untersuchten Säuglingen 1000 einen Harnwegsinfekt. Der Anteil unter Jungen und Mädchen war etwa gleich hoch, jedoch 10fach höher bei unbeschnittenen Jungen. Bei 23 % waren Bakterien auch im Blut nachweisbar (Sepsis). Harnwegsinfekte können die Harnwege hinaufsteigen und die Nieren befallen, was die größere Häufigkeit von Problemen wie Pyelonephritis (Nierenbeckenvereiterung) bei unbeschnittenen Kindern erklärt. [43, 52]. Diese und andere Studien (z. B. [21, 43, 52]) belegen durchgehend die Vorteile einer Beschneidung hinsichtlich des Risikos eines Harnwegsinfekts.

Wiswell führte eine Meta-Analyse aller 9 genannten Studien durch und kam zu dem Ergebnis, daß jede einzelne eine erhöhte Rate von Harnwegsinfekten bei Unbeschnittenen belegt [59]. Das Risiko war im Durchschnitt 12fach erhöht (Spannbreite 5-89, 95%-Konfidenzintervall 11-14) [59]. Meta-Analysen anderer Wissenschaftler ergaben ähnliche Ergebnisse. Weitere Studien, einschließlich einer Untersuchung an Männern im Durchschnittsalter von 30 Jahren, belegen, daß die Beschneidung auch im Erwachsenenalter Harnwegsinfekte verhindert [51]. Mit dem Nachweis, daß das für viele Harnwegsinfekte verantwortliche Bakterium E. coli sich an die Vorhaut anheften kann, ist zumindest eines der Kausalitätskriterien erfüllt [52, 62, Literatur in 18].

Da das absolute Risiko für Harnwegsinfekte bei Unbeschnittenen etwa 1 pro 20 (0,05) und bei Beschnittenen 1 pro 500 (0,002) beträgt, bietet die Beschneidung eine Risikoreduktion von 0,048. Das heißt, mit der Beschneidung von 20 Jungen wird ein Fall von Harnwegsinfekt verhindert. Die Schmerzen eines Harnwegsinkfekts und die Ernsthaftigkeit der Erkrankung, die in seltenen Fällen auch tödlich enden kann, sollte alle Eltern hellhörig machen. Die u. U. tödlichen Komplikationen eines Harnwegsinfekts sind: Nierenversagen, Hirnhautentzündung und Knochenmarkentzündung. Solche Daten zeigen, daß aus der Entscheidung, die Vorhaut „intakt" zu lassen, schon viel Leid entstanden ist. Wird die Vorhaut erhalten, kann nur noch durch sorgfältige lebenslange Genitalhygiene versucht werden, Harnwegsinfekte zu reduzieren. Bei den nachweislichen Schwierigkeiten, Bakterien in dieser Körperregion in Schach zu halten [38, 48], können Hygienemaßnahmen allein bei weitem nicht so effektiv sein wie eine frühzeitige Beschneidung [48].
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