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Beschneidung für alle
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Beschneidung für alle
pro-beschneidung
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Registriert seit: 23.01.2015
Level: Foren-Erfahren
Datum: 23.01.2015
Uhrzeit: 12:31 Uhr
ID: 274
Beiträge: 62
Hallo, ich wäre für eine Beschneidung für alle Jungs.
So spätestens nach dem 4. Schuljahr. Dann sind sie kurz vor der Pubertät, ihr Schamgefühl ist noch nicht so extrem.

Gründe:
- Die Vorhaut ist sinnlos
- Es ist sauberer
- Keiner wird mehr gehänselt, da alle gleich aussehen.
- Keine Probleme mehr mit Entzündungen, Verengungen oder zu langer Vorhaut.
- Verringerung des Risikos von Geschlechtskrankheiten
- Wenn sie bis dahin nicht beschnitten sind, geht es erst wieder wenn sie aus der Pubertät sind, weil sie sich in der Pubertät meistens nicht trauen mit den Eltern darüber zu sprechen.
- Sie wissen nur wie SB ohne Vorhaut geht und trauern der Vorhaut nicht nach.

Was meint ihr dazu?
Tahini
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Registriert seit: 01.06.2014
Level: Foren-Erfahren
Datum: 23.01.2015
Uhrzeit: 21:44 Uhr
ID: 275
Beiträge: 163
Das mag mit kultureller Grundlage, z.B. im Islam, oder auf den Philippinen, funktionieren - dort ist es Tradition. Aber man muss ja auch mit dieser koerperlichen Veraenderung was anfangen koennen, bzw., es muss einem selbst etwas bedeuten, um dem etwas abgewinnen zu koennen, lebenslang. Alles andere waere ja lediglich ein Akt des "durch die Muehle gedreht werdens".

Klar hat es nachweislich alle moeglichen Vorteile, aber die alleine sind noch nicht genug, um einem Individuum auch dauerhaft Zufriedenheit mit dem eigenen Koerper zu verschaffen.

Insofern wuerde ich sagen, vorsichtig mit solchen Ideen.
gelöscht
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Gelöscht seit: --.--.----
Level: Einmal-Poster
Datum: 25.01.2015
Uhrzeit: 17:21 Uhr
ID: 276
Beitrag: 1
Auch wenn es prinzipiell "einfacher" ist, bin ich absolut gegen eine Beschneidung bei Kindern.

Ich bin selbst als Erwachsener beschnitten worden. So schön es mit nackter Eichel ist, auch mit Vorhaut war es nicht unbedingt schlecht. Ich möchte diese Vergleichsmöglichkeit vorher/nachher absolut nicht missen. Und für mich gehörte es zu meiner Beschneidung, dass ich selbst die Veränderungen voll erlebte. Einfach alles, vom Wundschmerz über die erste Selbstbefriedigung ohne Vorhaut bis zum ersten Sonnenbrand auf der nackten Eichel Smiley

Meiner Meinung nach sollte ein Junge erst beschnitten werden, wenn er zumindest schon mal sich selbst befriedigt hat. Denn dann kann er auch für sich die Unterschiede feststellen und später den Anderen empfehlen.

Denn das dürfte das größte Problem sein, über die Beschneidung und damit über sexuelle Praktiken zu sprechen. Wer von uns könnte denn wirklich mit dem eigenen Sohn, dem Neffen oder auch dem Nachbarsjungen darüber reden, was sich beim Sex oder bei der SB geändert hat. Oder auch nur, welche Stile welche Vor- und Nachteile haben. Da ist es doch viel einfacher, mit dem Kleinen einfach ohne viele Worte zum Doc zu gehen und das Thema ist erledigt. Und mit etwas Glück übernimmt sogar die Mutter noch alles...
pro-beschneidung
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Registriert seit: 23.01.2015
Level: Foren-Erfahren
Datum: 26.01.2015
Uhrzeit: 11:31 Uhr
ID: 277
Beiträge: 62
@2ndCut:
"Es sollte dann jeder die Möglichkeit erhalten, aber freiwillig. Selbst Ärzte sprechen sich positiv für eine Beschneidung aus."
@OttoPaul
"Denn dann kann er auch für sich die Unterschiede feststellen und später den Anderen empfehlen."

Ganz genau: Obwohl es Ärzte empfehlen und Beschnittene die den Unterschied zu schätzen wissen, lassen es so wenige in Europa machen. Warum denn bloß?
Weil es freiwillig ist und kaum einer Lust auf Schmerzen und Heilzeit hat.
Gerade als junger Mann hat man ganz andere Sachen wie die erste Liebe oder den ersten Sex im Kopf statt auf 2 Wochen Sex zu verzichten zu wollen. Deshalb halte ich es für dumm bis zum 18. Lebensjahr abzuwarten, denn dann lässt es doch kaum noch einer machen.

@OttoPaul:
"Da ist es doch viel einfacher, mit dem Kleinen einfach ohne viele Worte zum Doc zu gehen und das Thema ist erledigt. Und mit etwas Glück übernimmt sogar die Mutter noch alles..."

Ganz genau - Du sprichst mir aus der Seele. Einfach zum Doc und weg mit der überflüssigen sinnlosen Vorhaut die kein Mann braucht.

@Tahini:
"Klar hat es nachweislich alle moeglichen Vorteile, aber die alleine sind noch nicht genug, um einem Individuum auch dauerhaft Zufriedenheit mit dem eigenen Koerper zu verschaffen."

Ach ja? Millionen Jungs und Männer sind beschnitten.
Ich habe noch nie einen Juden oder Moslem stöhnen hören das er unzufrieden ist, weil er im Kindesalter beschnitten wurde. Im Gegenteil die sind stolz wie Bolle, finden sich sogar männlicher nach ihrer Beschneidung.
Wenn alle in Deutschland beschnitten wären, dann würde diese ganze Diskussion und Jammerei in Deutschland endlich mal aufhören und man würde den beschnittenen Penis endlich als "normal" anerkennen.
GreenIguana
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Registriert seit: 27.12.2013
Level: Foren-Fortgeschritten
Datum: 31.01.2015
Uhrzeit: 18:48 Uhr
ID: 278
Beiträge: 24
Sollte ich mal nen Sohn haben, werde ich ihn so schnell es geht beschneiden lassen.
Ich selber bin sehr reinlich und treibe viel Sport von kleinauf. Aber dieser Geruch am Schniedel (obwohl ordentlich gewaschen nach dem Sport) ist einfach nervend.
Die Vorhaut kann bei der Selbstbefriedigung auch einreissen und entzünden...
Das alles würde ich meinem Sohn gerne ersparen.
Daher: weg mit der überflüssigen Haut und gut is Smiley

So sieht meiner nach 2 Jahren aus:
Bild 1
Nudist68
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Registriert seit: 06.02.2015
Level: Foren-Fortgeschritten
Datum: 07.02.2015
Uhrzeit: 13:30 Uhr
ID: 279
Beiträge: 25
Ich habe mich als Erwachsener wegen wieder kehrenden Entzündungen an der Eichel beschneiden lassen.

Der stellte dann fest das die Entzündungen durch die phimotische Rüsselvorhaut begünstigt wurden. Er riet dann zur Entfernung dieser.
Während der OP stellte der Arzt fest das vernabtes Vorhautgewebe, das von einer Phimose OP im Kindesalter stammt, wohl in Zukunft noch zu deutlich größeren Problemen geführt hätte. Dies war teilweise richtig verhärtet und hätte eine neue Phimose zur Folge gehabt.

Daher bin ich der Meinung eine Beschneidung im Kindesalter nicht erst vorzunehmen wenn der Junge bereits 8 - 10 Jahre alt ist, sondern deutlich früher.
Zwischen der U7 und der U9 für Kinder sollte die Entwicklung des Penis genauer beachtet werden. Denn in diesem Zeitraum dürften schon deutliche Anzeichen für Fehlentwicklungen (Phimose, Rüsselvorhaut) erkennbar sein.
In diesem Zeitraum sollte gehandelt werden.

Ob die Beschneidung nun verpflichtend sein sollte ist dagegen eine Sache die wahrscheinlich in Europa so nicht durch zu setzen wäre.
Aus meiner persönlichen Sicht und Erfahrung her, wäre es aber auf jeden Fall wünschenswert.


Nike7
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Gelöscht seit: 28.05.2018
Level: Foren-Neuling
Datum: 23.02.2015
Uhrzeit: 22:01 Uhr
ID: 280
Beiträge: 5
Ich finde die Idee nicht so gut. Pflichtbeschneidung würde mit dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit kollidieren.

Obwohl ich froh wäre, wenn ich schon als Kind beschnitten worden wäre, gibt es auch andere, die ihrer Vorhaut nachtrauern. Wenn ihr Euch im Internet umschaut, werdet ihr Websites von Beschneidungsgegnern finden, die über psychische Probleme und Funktionsstörungen durch die Beschneidung klagen und ihren Lappen am liebsten wieder zurück hätten. Die sind zum Teil sogar sehr lautstark.

Ich kann das alles nicht verstehen, denn Ich bedauere jeden Vorhautträger. Aber Menschen sind nun mal verschieden in ihren Meinungen, Geschmäckern und Werten. Solange jeder mit seinem Penis machen kann, was er will, wird es wohl die wenigste Unzufriedenheit geben.
PatrickStar
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Registriert seit: 17.07.2012
Level: Foren-Fortgeschritten
Datum: 25.02.2015
Uhrzeit: 12:13 Uhr
ID: 281
Beiträge: 28
 Zitat: Ich finde die Idee nicht so gut. Pflichtbeschneidung würde mit dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit kollidieren.

Obwohl ich froh wäre, wenn ich schon als Kind beschnitten worden wäre, gibt es auch andere, die ihrer Vorhaut nachtrauern. Wenn ihr Euch im Internet umschaut, werdet ihr Websites von Beschneidungsgegnern finden, die über psychische Probleme und Funktionsstörungen durch die Beschneidung klagen und ihren Lappen am liebsten wieder zurück hätten. Die sind zum Teil sogar sehr lautstark.

Ich kann das alles nicht verstehen, denn Ich bedauere jeden Vorhautträger. Aber Menschen sind nun mal verschieden in ihren Meinungen, Geschmäckern und Werten. Solange jeder mit seinem Penis machen kann, was er will, wird es wohl die wenigste Unzufriedenheit geben.
Absolut korrekt - die psychischen Probleme sind sehr oft der Auslöser für die "Funktionsstörungen" und nicht die Beschneidung selber.
Das wäre aber schlimm, wenn jeder beschnittene Mann auf der Welt wegen seiner Beschneidung derartige Probleme hätte.
Sex beginnt bekanntlich im Kopf und nicht am Geschlechtsteil, das Geschlechtsteil dient lediglich der Fortpflanzung und für die Fortpflanzung ist in meinen Augen die Vorhaut unnötig - es funktioniert mit genauso wie ohne.

Die von den Beschneidungsgegnern angeführten Contra Gründe sind doch in meinen Augen nun wirklich großenteils Ammenmärchen, ich bin nun schon lange genug selbst beschnitten und habe mich auch mit etlichen anderen (sowohl beschnittene als auch unbeschnittene) über diese Thematik unterhalten und keiner kann verstehen warum die Beschneidung schlecht gemacht wird - vielleicht sind es irgendwelche Kastrationsängste, die allerdings unbegründet sind.

Auch meiner Meinung nach, sollten alle Jungs beschnitten werden es gibt einfach nichts negatives zu sagen!
hinnerk
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Datum: 27.02.2015
Uhrzeit: 00:15 Uhr
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Beiträge: 13
Zwar meint der Autor "pro-beschneidung" wohl tatsächlich, dass seiner Auffassung nach alle kleinen Jungen beschnitten werden sollten ... Dann träfe die bisherige Diskussion ins Schwarze - allerdings in ein ziemlich unrealistisches.
Sein Thema lautet allerdings wörtlich: "Beschneidung für alle", und nicht etwa: "Zwangsbeschneidung für alle kleinen Jungen". Insofern möchte ich die Chance ergreifen, diese sehr viel weiter gefasste These auch genauso weit gefasst zu diskutieren.
Bevor ich mich auch den weiteren, positiven Chancen zuwende, die man unter "Beschneidung für alle" verstehen kann, will ich deshalb in diesem Beitrag erst einmal auf die thematische Engführung "Zwangsbeschneidung" und in einem weiteren Beitrag dann auf "Beschneidung für alle kleinen Jungen" eingehen. Erst dann, in einem dritten Posting, will ich meine positive „Vision“ zum Thema „Beschneidung für alle“ entwerfen.
In keinem Land der Erde, in keinem politischen System und unter keiner Religion gibt es eine - z.B. gesetzlich geregelte - Zwangsbeschneidung der männlichen Vorhaut. Überall dort, wo das Beschneiden der Vorhaut vorherrscht und die Beschnittenen in der Überzahl sind, entspricht es einem gesellschaftlich-sozialen und / oder religiösen Mainstream - unter völlig verschiedenen Aspekten und Begründungen. Im weit überwiegend von jüdischen Menschen bevölkerten Israel und in solchen Staaten, in denen der Islam vorherrscht, gehört das Beschnittensein entweder aus tatsächlich religiöser Überzeugung des Einzelnen oder seiner Familie dazu - oder weil man sozial "dazu gehört" oder sich zumindest nicht von der vorherrschenden Landessitte unterscheiden will. So sind z. B. auch christliche Jungen und Männer in vorherrschend muslimischen Ländern überwiegend beschnitten; weil die Eltern und das übrige Umfeld ein "Abweichen" von der Masse auch beim Status des Penis als sozial schwierig bis inakzeptabel ansehen.
Einen völlig anders begründeten Mainstream gibt es z. B. in den USA, wo bis heute der überwiegende Teil der Jungen als Säuglinge oder Kleinkinder beschnitten werden. Dort ist es die Folge der Onanie-Angst des 19. Jahrhunderts, die sich, aus Großbritannien kommend, in Nordamerika mehr und mehr als Begründung für den "Sozialstandard" des Beschnittenseins durchgesetzt hat - bis zur Hygiene-Begründung aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs und des Koreakriegs, wonach vom unbeschnittenen Penis, vor allem bei mangelnder Sauberkeit (unter Kriegsbedingungen), manifeste gesundheitliche Probleme ausgehen sollen. Dieser Sozialstandard bedeutet z. B. bis heute, dass US-Väter ihre Söhne beschneiden lassen, weil sie "aussehen sollen wie Daddy".
Krassestes Beispiel ist schließlich Südkorea - wo der Prozentsatz der Beschnittenen außerhalb islamisch geprägter Gesellschaften weltweit am höchsten ist; und dies als Folge des Koreakriegs, in dem die US-Truppen den "Sozialstandard Beschneidung" dort als erstrebenswerte gesellschaftliche und gesundheitliche Qualität hinterlassen haben.
Aber:
Beschneidungen als gesetzliche Zwangsmaßnahme gibt es nirgends auf der Welt. Ich halte einen solchen Ansatz nicht nur für völlig unrealistisch - sondern sogar für schädlich für das Ansehen der Beschneidung in ihrem Wert als möglichen positiven Akt der Selbstverwirklichung: Denn nicht nur das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit spricht gegen eine solche staatliche Zwangsmaßnahme. Jeder gesetzliche Zwang führt zu Opposition. Gegen die Beschneidung gibt es, wie wir spätestens seit der deutschen Beschneidungsdebatte 2012 wissen, auch ohne Zwang erhebliche Widerstände und massive Vorbehalte sowie die absonderlichsten Vorurteile. In der Diskussion - internetforenweit - spielen dabei nicht nur die vielleicht guten Gründe gegen eine nicht selbstbestimmte Beschneidung kleiner Jungen eine Rolle. Es werden auch die absurdesten Begründungen gegen das Beschnittenwerden und gegen den Status des Beschnittenseins insgesamt angeführt, selbst wenn die Beschneidung im Erwachsenenalter erfolgt. Die Angst von Vielen vor der Beschneidung und vor dem vorhautlosen Zustand, meistens höchst irrational und oft sehr aggressiv und verunglimpfend geäußert, zeigt mir, dass es im Falle eines staatlichen Zwangs nur noch schlimmer käme: Die Beschneidung würde in immer mehr Kreisen nicht positiv oder neutral, sondern eben als wider Willen erzwungen, und damit als "schlecht" und "negativ" bewertet. Alle guten Aspekte würden auf der Strecke bleiben - bzw. nur noch von denjenigen gesehen, die die Beschneidung auch ohne Zwang sowieso befürworten.
Soweit zum "Zwang".
Auf die „Beschneidung kleiner Jungen“ gehe ich beim nächsten Mal ein.
pro-beschneidung
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Überall dort, wo die Beschnittenen in der Überzahl sind, jammert die Masse ihrer Vorhaut nicht hinterher. Es ist völlig selbstverständlich beschnitten zu sein. Hier braucht es gar keinen positiven Akt der Selbstverwirklichung.
Richtig: Beschneidungen als gesetzliche Zwangsmaßnahme gibt es nirgends auf der Welt und wird es auch nicht in Deutschland geben. Habe ich auch mit keiner Silbe in meinem Beitrag erwähnt oder gar gefordert.
Aber wenn Ärzte und Organisationen die Beschneidungen empfehlen würden und die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten einer frühzeitigen prophylaktischen Beschneidung übernehmen würden, dann wäre das ein richtiger Schritt für "Beschneidung für alle light".
Wie die ständigen Impfempfehlungen, könnte es doch auch eine Beschneidungsempfehlung geben.
Es gibt keinen gesetzlichen Zwang zu impfen, die Ärzte empfehlen es, die Krankenkassen zahlen es, aber die Eltern müssen es für ihre Kinder entscheiden.
Natürlich wären dann nicht von heute auf Morgen alle beschnitten, aber die Quote würde sich in weiterer Folge stark verändern.
hinnerk
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Hallo pro-beschneidung,
klar, Du hast die Beschneidung als "gesetzliche Zwangsmaßnahme" tatsächlich wörtlich so nicht erwähnt. Andererseits bist Du ja wörtlich "für eine Beschneidung für alle Jungs". Daraus kann man auch einen Zwang herauslesen, denn "alle" würden ja nicht beschnitten werden, wenn die Freiwilligkeit weiterhin gilt, zu der Du Dich ja jetzt auch bekennst. Unter den Antwortenden ist das mit dem Zwang ja teilweise auch so angekommen: so bei Tahini (23.01.) und dem inzwischen gelöschten Poster vom 24.01.; Nudist68 schreibt am 07.02. von "verpflichtend", was er anzweifelt; und Nike7 am 23.02. von "Pflichtbeschneidung" - also lesen doch so einige die "Pflicht" (und ich sage dann drastischer: den Zwang) heraus. Und einen "Zwang" oder eine "Pflicht" könnte man ja wohl auch nur auf gesetzlichem Wege erreichen, darum hab ich das mit dem "gesetzlich" zusätzlich reingebracht. In einem Gemeinwesen, in dem Pflichten nur gesetzlich geregelt werden können (und z.B. nicht mit Gewaltanwendung durchgesetzt werden, wie in Diktaturen), ist alles andere nun mal in jedem Fall "freiwillig".

Und Du selbst stellst am 26.01. die Freiwilligkeit in den Zusammenhang mit Schmerz und Heilzeit, auf die "freiwillig kaum einer Lust hat". Das lässt ja auch vermuten, dass Du die Freiwilligkeit hier nicht ganz so gut findest, weil sie dazu führt, dass "es in Europa so wenig machen lassen", wie Du schreibst ...
Inzwischen benutzt Du ja auch den Begriff "Empfehlung", was ich voll unterschreibe und wozu ich später noch einiges posten möchte ...
Wie dem auch sei: Gut, dass wir das mal unter dem Aspekt der "Pflicht" und des "Zwangs" näher angesehen haben, finde ich ...
Da Du, lieber pro-beschneidung, nun auch auf die Entscheidung der Eltern zu sprechen kommst, will ich auch meinen angekündigten zweiten Teil sehr bald hinterher posten, der sich mit der Frage beschäftigt, was Eltern meiner Meinung nach hier dürfen und wie das rechtlich gedeckt ist ...

hinnerk
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Hier nun meine Fortsetzung, nach meinen Gedanken über einen möglichen „Zwang“ zur Beschneidung, den außer mir noch Einige hinter dem Thema „Beschneidung für alle“ sehen. Da pro-beschneidung nun die Eltern und ihre Entscheidung thematisiert hat, jetzt etwas zur „Beschneidung kleiner Jungen“:

In Deutschland können Sorgeberechtigte kleiner Jungen seit dem 12.12.2012 auf Basis einer guten Rechtsgrundlage Entscheidungen über deren Beschneidung treffen. Zwang und Verbot herrschen hier nicht, sondern die positive Wahlmöglichkeit. Sie können sich nach einer verbindlich nötigen Aufklärung durch Ärzte für oder gegen die Beschneidung des oder der Jungen entscheiden. Falls das Kind sich bereits äußern kann, muss sein Wille in die Entscheidung einbezogen werden. Sofern es das noch nicht kann, treffen die Eltern die Entscheidung allein, und zwar „im Sinne des Kindeswohls“.

Ich denke, es ist richtig, dass das deutsche Recht Jungenbeschneidungen erlaubt, wenn die Eltern das Kindeswohl auf Grund ihres eigenen Wertesystems abgewogen haben. Dabei entscheiden sie z.B. zugunsten ihrer religiösen Regeln, die sie für ihr Kind als Teil seines Kindeswohls ansehen. Wenn sie das Beschnittenwerden und das Beschnittensein ihres Jungen als höherwertig einstufen als seine "körperliche Unversehrtheit" und genau das dann als Teil des Kindeswohls ansehen, entspricht das der Rechtslage. Es ist meines Erachtens sehr gut, dass das in Deutschland ganz klar ist!

Auch nicht religiöse Gründe sind legal, wie etwa die medizinische Prophylaxe oder soziale Aspekte, die nach Auffassung der Sorgeberechtigten für eine Beschneidung kleiner Jungen sprechen. Und zwar auch ohne deren Zustimmung, wenn sie sich noch nicht äußern können; vielmehr allein, weil die Eltern von diesen aus ihrer Sicht positiven Aspekten überzeugt sind. Was das Kindeswohl in Bezug auf die Beschneidung und das Beschnittensein einschließt und was nicht dazu gehört, das bestimmen beim unmündigen "nicht einwilligungsfähigen" Jungen nach dem deutschen Recht allein die Eltern - und das finde ich gut so! Es kommt also allein darauf an, sie umfassend und neutral zu informieren, damit sie eine „gute“ Entscheidung treffen ...

Zahlreiche meiner Freunde und Bekannten sind als Kinder beschnitten worden. Keiner davon leidet darunter, seine Vorhaut nicht bewusst „erlebt“ zu haben. Sie halten ihr Beschnittensein für absolut richtig und haben ein erfülltes Sexualleben. Ich schließe mich da selbst in jeder Hinsicht ein. Solche Zufriedene beteiligen sich nur selten an der hitzigen Debatte „Für“ oder „Gegen“ Beschneidung – das machen überwiegend diejenigen, die tatsächlich ein Problem damit haben. Darum liest oder hört man in der Debatte auch vorrangig Lamentos oder Hetzerisches von den Beschneidungsgegnern, die mit Sicherheit nur eine kleine Minderheit unter den Beschnittenen darstellen ...

Beim nächsten Mal will ich meine Vision entwickeln, die als positive Chance im Thema „Beschneidung für alle“ liegen kann – ganz ohne Zwang und ohne Begrenzung auf „kleine Jungs“...
hinnerk
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Wie versprochen, folgt nun meine Vision über die Chancen, die im Thema "Beschneidung für alle" liegen:

Eine wirklich gute Aufklärung sollte sich ja nicht auf Informationen über Risiken und Nachteile der Beschneidung beschränken, wie es leider in anderen Foren vorherrscht. Sie umfasst vielmehr vor allem Infos über die Vorteile sowie Erfahrungen von sehr vielen Jungen und Männern weltweit, die von Qualitätsverbesserungen berichten: Verbesserungen in gesundheitlicher, hygienischer, haptisch-sensueller und sexueller sowie seelischer und nicht zuletzt sozialer Hinsicht. Das ist ja das Ziel von EURO CIRC.

Solche Aufklärung kann es bewirken: Dass sich die Beschneidung als positive Möglichkeit, für die man sich freiwillig entscheiden kann, als "Chance für alle" zunehmend durchsetzt. Je höher der Anteil beschnittener Jungen und Männer in einer Gesellschaft, desto mehr wird das Beschnittensein und wird die Beschneidung insgesamt akzeptiert. Wichtig ist: Zwanglos und freiwillig; und bei kleinen Jungs durch die überlegte und begründete Entscheidung ihrer Eltern; aber immer nach gründlicher neutraler Information, auch durch die Erfahrungsberichte und das Beispiel zufriedener und stolzer Beschnittener, das dann für Viele erstrebenswert sein wird.

Dazu noch einmal Südkorea: Dort gibt es keine Vorschrift, die dafür sorgt, dass da über 90% der Penisse vorhautlos sind. Nur die von den US-Militärs mitgebrachte positive Haltung zum Beschnittensein und die damit verbundene Lebensqualität ("american way of life") sowie die Praxis, diesem Ideal nachzueifern, führten dazu, dass fast alle Südkoreaner es seit nun drei Generationen als selbstverständlich ansehen, beschnitten zu sein – weil es für sie erstrebenswert, gesund, sauber und sozialadäquat, einfach "gut" erscheint.

Ich meine, allein durch gute Aufklärung, wie sie hier im EURO CIRC Forum geschieht, kann nicht nur gegen die dumpfen Ängste und Aggressionen vorgegangen werden, die vor allem in Deutschland der Beschneidung und dem Beschnittensein begegnen. Durch diese Aufklärung können vor allem die positiven Werte und Erfahrungen, die mit dem Beschnittensein verbunden sein können, vermittelt werden, nicht zuletzt das von Vielen geschätzte Lebensgefühl als „Cut“.

Unter dieser Voraussetzung könnte "Beschneidung für alle" sich ganz anders darstellen: Als Erfolg einer breit angelegten Information durch Fachleute und durch Beschnittene selbst, nach der sich Jeder frei und ungezwungen für oder gegen seine eigene Beschneidung entscheiden kann – oder für die Beschneidung seines minderjährigen Schutzbefohlenen, für den er dann sicher ist, damit eine gute Entscheidung für dessen späteres Leben zu treffen.

Es kommt dabei sicher nicht heraus, dass es in Deutschland irgendwann überhaupt keine Vorhäute mehr gibt. Aber es könnte zu einer viel größeren Zahl Beschnittener führen (mehr als die aktuell unsicher „ermittelten“ 5 bis 10%), die dann aber mit ihrem Status zufrieden sind und gern selbst über die Vorteile informieren. Und vielleicht führt das sogar zu einem gesellschaftlichen Mainstream, allein aus Überzeugung und Freiwilligkeit ...! (Ich weiß natürlich, dass das ein naiver Wunsch ist ...)
2ndCut
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@hinnerk:
Hatte ich im anderen Thread schon geschrieben, passt hier aber auch:
Wenn ein Kind schiefe oder faule Zähne hat, geht man mit ihm ja auch zum Zahnarzt.

Dass das dem Kind nicht gefällt, zum einen wegen den möglicherweise schmerzhaften Behandlungen oder dass es ihm peinlich ist (ich denke da gerade an die Monster-Zahnspangen-Modelle, die um den Kopf gespannt werden), ist klar.

Nur... wenn die Eltern das nicht machen ließen, könnte man ihnen andersrum auch wieder vorwerfen, sie würden ihre Kinder verwahrlosen lassen.

Hatte in einem anderen Forum von einem Mann gelesen, der als Kind mehrfach Balanitis hatte, die Eltern aber nicht mit ihm zum Arzt gehen wollten.
Erst als Erwachsener konnte er freiwillig eine Beschneidung machen lassen, die Haut war arg vernarbt und die Eichel sah dann aber alles andere als frisch aus.
Soviel zur Unversehrtheit.

2ndCut
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@hinnerk:
Soweit ich weiß, steht man in Südkorea auch Schönheitsoperationen (gerade denen im Gesicht) offener gegenüber als in anderen Ländern.

Hierzulande wird das von der Regebogenpresse m.E. doch meist negativ bewertet, wenn ein Star etwas "hat machen lassen", egal ob es was geworden ist (im Sinne von: so wie ER es haben wollte, und das ist auch Geschmackssache / individueller Ausdruck) oder nicht.

Und ich gebe Dir Recht, es werden doch meist eher "Risiken und Nebenwirkungen" als die positiven Erfahrungen genannt.
Aber ich bin schon froh, dass es z.B. in der BRAVO im Sinne von: "Das gibt es, und das ist nichts schlimmes." dargestellt wird. Ist m.E. schon ein Schritt in die richtige Richtung.
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